Die Partnergemeinde von Losheim am See liegt 500 km nördlich der Atlantikküste in der Savanne. Oder anders herum: von Losheim 4565 km genau südlich.
Copargo hat ungeheure Ausmaße. In West-Ost Richtung über 40 km und in Nord-Süd Richtung etwa 25 km. Die Fläche entspricht etwa der unseres Kreises Merzig-Wadern (Von Weiskirchen bis Perl und von Beckingen bis Mettlach). Ungeheuerlich für ein Dorf.
Die Verbindung zwischen den ca. 100 Ortsteilen stellen Sandpisten und Fußpfade dar, denn es gibt nur eine 20 km lange Asphaltstraße.
In Benin herrscht Schulpflicht. Copargo verfügt über 77 mehr oder minder große Schulen, denn die müssen ja alle zu Fuß erreichbar sein. Busse oder Taxi Mama gibt es nicht.
Die Schulen bestehen teilweise nur aus Holzpfosten und Palmblättern.
Unterrichtsmaterial ist so gut wie nicht vorhanden. Ein Heft und einen Stift stellt die Ausrüstung der Schüler dar.
Die Tafel ist entweder eine grün gestrichene Sperrholzplatte oder eine Platte aus brauner Presspappe.

Schulgebäude in Copargo
Industrie gibt es in Copargo überhaupt nicht und das Handwerk fristet ein eher bescheidenes Dasein. Ein Schreiner, der nur über Säge und Hobel verfügt, Ein Schmid mit einem Stück Eisen als Amboss, so dass er nur im Sitzen arbeiten kann und einige andere Kleinstbetriebe.
Eingekauft wird auf dem Markt. Davon gibt es in der Gemeinde einige, der größte ist in Copargo. Hier gibt es die Dinge des täglichen Bedarfs. Vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse werden von den Frauen angeboten: Yams-Wurzeln, Maniok-Mehl, Reiskugeln, magere und zähe Hühnchen und Gewürze, um nur einiges zu nennen.
buntes Markttreiben
Darüber hinaus gibt es aber auch Taschenlampenbatterien, Zigaretten (einzeln), Töpfe und auch bunte Kleiderstoffe.
Ein Hospital dient der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Ein Arzt ist für die über 50 000 Einwohner zuständig. Die Entbindungen erfolgen seit einiger zeit im Hospital, wobei jedes Neugeborene gratis ein Moskitonetz vom Staat erhält.
Da fast jede Familie in der Landwirtschaft tätig ist, werden genug Produkte erzeugt, so dass niemand hungern muss. Auch Mangelerscheinungen der Ernährung sind fast unbekannt, da zumindest in der Regenzeit viel Gemüse geerntet wird.
Die Familien wohnen in einer Ansammlung von Hütten. Für das Familienoberhaupt gibt es eine Hütte, dann für jede der Frauen (eine bis zu vier) mit ihren Kindern. Des weiteren eine Küche für Gerätschaften und eine Feuerstelle (normalerweise wird aber im Freien gekocht) und außerdem ein bis drei Vorratsspeicher. Für Früchte aller Art.
Kochstelle
Die „Häuser“ werden entweder auf die traditionelle Art als Lehmbauten mit Grasdach gebaut oder aber aus selbstgebrannten Lehmziegeln mit Gras- oder Blechdach.
Geschlafen wird auf der Erde. Entweder auf dem nackten Boden oder mit einer dünnen Matte als Unterlage. Es gibt weder Türen noch Fenster, lediglich Öffnungen, die durch Vorhänge abgedeckt sind gegen Hitze und Mücken schützen.
Nicht in jedem Haushalt wird gekocht. Einzelne Frauen verdienen sich ein paar Franc, indem sie auf der Straße Selbstgekochtes anbieten.

Suppenküche
Das Wasser wird in Schüsseln vom nächsten Brunnen (100m bis 600m entfernt) geholt. Da es sich meistens um verschmutztes Wasser handelt, leiden vor allem die Kleinkinder oft unter Magen- Darmproblemen.
Die Menschen in Copargo sind allem Anschein nach zufrieden, obwohl sie nach unseren Vorstellungen ja nichts haben.
Erstrebenswerte Luxusartikel sind das Handy und wenn irgend möglich ein Kleinkraftrad, auf das sehr lange gespart werden muss.
In Copargo gibt es nur ganz wenige Autos. Die vorhandenen Autos sind alle deutlich über 10 Jahre alt und haben in den letzten Jahren sicher keinen TÜV gesehen.
Benzin kostet 54 Cent- dort viel Geld.

Auto des Bürgermeisters
(3 Radmuttern tun es auch – an jedem Rad)
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