Projekt „Hinein in den Verein” dient auch der Integration
In der Neunkircher Kernstadt gehören nur 35 Prozent der Kinder im Grundschulalter einem Sportverein an. Eine Kampagne, die derzeit vorbereitet wird, soll dies ändern.
Neunkirchen. Sport tut Kindern gut. Diese unbestrittene Erkenntnis veranlasst die Verantwortlichen der Stadt Neunkirchen dazu, möglichst viele Kinder ab dem Grundschulalter, die noch keinem Sportverein angehören, zu einer Mitgliedschaft zu animieren. Die Kampagne „Hinein in den Verein“, die derzeit in Vorbereitung ist, ist ein Baustein des familienpolitischen Handlungskonzeptes der Stadt.
Beim Organisationsgrad gibt es in Neunkirchen ein deutliches „Stadt-Land-Gefälle“: Während in den Stadtteilen und Vororten rund drei Viertel der dort wohnenden Kinder einem Sportverein angehören, sind es in der Innenstadt lediglich 35 Prozent. Folglich wird das Projekt vor allem in der City ansetzen.
Federführend sind dabei im Rathaus das Kinderbüro und der Integrationsbeauftragte. Derzeit kläre nun der Stadtverband für Sport ab, welche Vereine in Neunkirchen hier mitziehen, so der Beigeordnete Sören Meng, in dessen Aufgabenfeld die Sozial- und Sportpolitik fällt, zur SZ. Ein ähnliches Projekt sei von einer Neunkircher Delegation bereits in Mülheim an der Ruhr begutachtet worden. Ihr gehörten der Chef des Sportverbandes, Hans-Artur Gräser, Gertrud Backes vom Kinderbüro und der Integrationsbeauftragte Zeljko Cudina an.
Zugrunde gelegt wird, dass nicht nur die Gesundheit der Kinder profitiert, wenn sie Sport im Verein treiben, sondern auch ihr Selbstbewusstsein sowie ihre körperliche und geistige Entwicklung gefördert werden. Zudem können soziale Kontakte geknüpft und vertieft werden. „Sportvereine bieten den Kindern Bewegung gemeinsam mit Gleichaltrigen und vermitteln Werte wie Toleranz, Fairness, Disziplin und Teamgeist“, führt der Beigeordnete an. Demnach ist das Projekt auch eine wichtige Grundlage für die Integration von Kindern mit Zuwanderungshintergrund. „Es ist daran gedacht, den Kindern in Form eines Gutscheins eine beitragsfreie Mitgliedschaft im ersten Jahr anzubieten“, sagt Meng. Ferner wolle man durch Öffentlichkeitsarbeit auf das kostengünstige Angebot der Sportvereine hinweisen. Über Informationsveranstaltungen nach den Ferien sollen Grundschulen und Kitas eingebunden werden. Sie sollen ebenso Ansprechpartner für alle Beteiligten sein wie Sportverband und Vereine. „Das erste Jahr soll beitragsfrei sein.“
So Beigeordneter Sören Meng
Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 12. Juli 2011 (Gunther Thomas) |